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Venture zwischen VW und Rivian: Bedeutung für Cariad

Venture zwischen VW und Rivian: Bedeutung für Cariad

Wie bitte? VW Gründet zusammen mit Rivian eine neue Softwarefirma? Haben die nicht schon eine, Cariad? Die Investition von fünf Milliarden US-Dollar hat zurecht Wellen geschlagen. Das ist übrigens nicht der einzige Deal in diese Richtung, weniger Wellen hat die Partnerschaft mit Xpeng geschlagen. Viele fragen sich, ob diese Investition Sinn macht — und was das Venture mit Rivian für Cariad bedeutet.

Zunächst die Fakten: Rivian, ein neuer Hersteller von Elektroautos aus den USA, schreibt aber noch rote Zahlen. Das soll sich Ende das Jahres ändern. Rivian hat bereits 2021 die ersten Fahrzeuge verkauft und hat inzwischen mehr als 50.000 Fahrzeuge ausgeliefert.

Damit hat Rivian bewiesen, dass sie Elektorautos bauen können, einschließlich funktionierender Software. Philipp Raasch hat dazu ein paar interessante Gedanken bei LinkedIn hinterlassen.

Der Deal zeigt jedenfalls VWs neue Strategie. Partnerschaften statt Alleingänge. In China mit Xpeng, im Westen mit Rivian. Das Eingeständnis: Alleine schafft man die Transformation nicht.

Philipp Raasch

Bei der Partnerschaft mit Xpeng geht es um die gemeinsame Entwicklung von zwei „e-smart cars“. Unter anderem ist das Ziel die Entwicklungszeiten um über 30% zu verkürzen. Die beiden Modelle sollen schon 2026 auf den chinesischen Markt kommen. Ob sie auch in Deutschland auf den Markt kommen, ist ungewiss.

Strategische Hintergründe

In einem 2-Minuten-Video kündigt Volkswagen CEO Oliver Blume das Joint Venture an. Insbesondere geht er da auf die Bedeutung des Software-Defined Vehicle und Softwarearchitekturen ein. Er betont auch, dass die Aktivitäten ergänzend zu bisherigen Aktivitäten sein sollen und erwähnt dabei explizit Cariad.

Volkswagen hat das Ziel, bis 2030 weltweit bei Elektrofahrzeugen Marktführer zu werden. Rivian hingegen hat sich in einem klar definierten Segment (Elektro-SUVs und Pick-ups) als Vorreiter (wenn auch nicht Marktführer) etabliert. Die Ziele sind offensichtlich: VW kann Rivian helfen zu skalieren, Rivian kann VW helfen, das Thema Software in den Griff zu bekommen. Doch was bedeutet das für die angeschlagene Volkswagen-Tochter Cariad?

Auswirkungen auf Cariad

Cariad, die Software-Tochter von Volkswagen, spielt eine zentrale Rolle in der Digitalisierungsstrategie des Konzerns. Das Unternehmen wurde gegründet, um die Softwareentwicklung im gesamten VW-Konzern zu bündeln und zu beschleunigen. Das Joint Venture soll, zumindest laut CEO Oliver Blume, Cariad’s Arbeit ergänzen. Ob das auch so kommt, wird die Zeit zeigen.

Interessant ist auch, dass lediglich die VW-Marken VW und Audi erwähnt werden, aber nicht bspw. Porsche. Es ist reine Spekulation, ob sich hier die VW Gruppe bewusst die Tür für andere Implementierungsmöglichkeiten offen lässt.

Fazit

Partnerschaften im Automobilumfeld machen viel Sinn. Insbesondere bei Software sind die Entwicklungkosten so hoch, dass eine gute Kooperation die Wiederverwendung drastisch verbessern und damit Qualität steigern und Kosten drücken könnte. Auch macht es Sinn, dabei auf einen Partner zu setzen, der Software nachgewiesenermaßen versteht und auch auf die Straße bringen kann.

Ob diese Strategie bei Volkswagen ausgeht, kann nur die Zeit zeigen. Es wird mit Sicherheit intern Widerstand geben, sowohl aus dem Konzern und besonders von Cariad. Hier sind Führungsqualitäten gefragt.

Für den Standort Deutschland steht eine Menge auf dem Spiel. Allein aus diesem Grund wünsche ich Volkswagen und Rivian viel Glück.

Bildquelle: Rivian

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