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KI ersetzt kein Systems Engineering: Sie verschiebt die Arbeit

KI ersetzt kein Systems Engineering: Sie verschiebt die Arbeit

Auf der Conquering Complexity habe ich mit Prof. Dr. Thomas Meenken über den aktuellen Stand von KI im Systems Engineering gesprochen. Dort hat er, wie ich auch, einen Workshop zu dem Thema gehalten. Als Professor und Unternehmer sind seine Impulse für Leser von SE-Trends aufschlussreich und zeigen die von KI getriebene Verschiebung weg von manueller Analyse, hin zur Steuerung und Orchestrierung.

Im Folgenden die Video-Aufzeichnung des Gesprächs und eine Zusammenfassung.

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Über Prof. Dr. Thomas Meenken

Thomas Meenken ist Chief Technical Officer bei Schlateck LLC und Professor für Technology of Scale an der Technischen Hochschule Deggendorf. Er berät Unternehmen bei der Einführung von KI im R&D-Bereich und arbeitet an der Beschleunigung von Entwicklungsprozessen durch datengetriebene Methoden. Unter ai-powered-engineering.com hilft er Unternehmen bei der Einführung von KI im Engineering. Hier das vollständige Interview zum Anschauen:

Drei Aussagen stechen heraus und zeigen, wo sich Systems Engineering gerade verändert.

KI erschließt Legacy-Daten ohne Einarbeitung

Thomas bestätigte einen Trend, den wir auch in anderen Domänen sehen. KI macht große, gewachsene Datenbestände direkt und sofort nutzbar. Aus Legacy-Daten entstehen Anforderungen und Architekturen, ohne dass sich ein Ingenieur über Jahre einarbeiten muss.

KI macht das aus dem Stand.

Prof. Dr. Thomas Meenken

Die Konsequenz liegt in einer Verschiebung der Arbeit. Die Erstellung von Artefakten verliert an Gewicht. Die Bewertung, Auswahl und Einordnung der Ergebnisse wird zur zentralen Aufgabe. Systems Engineering bleibt notwendig, weil Richtung, Kontext und Qualitätssicherung nicht automatisiert entstehen.

Normen werden maschinell auswertbar

Thomas beschrieb Normen und Standards als einen der größten Hebe im Engineeringl. KI filtert aus umfangreichen Regelwerken die relevanten Anforderungen und prüft Anforderungen, Modelle und andere Artefakte auf Abweichungen.

KI beantwortet die Frage: Was von dieser riesigen Norm betrifft mich denn überhaupt in meinem Produkt?

Prof. Dr. Thomas Meenken

Das reduziert Suchaufwand und Interpretationsfehler. Gleichzeitig bleibt die Verantwortung beim Anwender. Aktualität und rechtliche Nutzung der Normen müssen bewusst gesteuert werden. KI ersetzt keine Compliance-Entscheidung, sie beschleunigt aber die Analyse gewaltig

Breite Befähigung schlägt Einzeltools

Thomas betonte, dass einzelne Tools nicht ausreichen. Unternehmen müssen ihre Mitarbeiter befähigen, mit KI zu arbeiten. Erste produktive Ergebnisse entstehen nach kurzer Einarbeitung und vermitteln dem Team ein Gefühl dafür, was möglich ist.

Die brauchen ein, zwei Tage Training, dann können die die ersten Sachen.

Prof. Dr. Thomas Meenken

Breite Anwendung schafft Verständnis für Möglichkeiten und Grenzen. Erst daraus entstehen fundierte Entscheidungen über Plattformen und Investitionen. Ohne diese Erfahrung bleiben KI-Initiativen isoliert und entfalten keinen Effekt.

Fazit

KI verschiebt Systems Engineering von der Erstellung zur Steuerung. Modelle, Anforderungen und Analysen entstehen schneller. Der Engpass liegt in der Auswahl, Integration und Bewertung. Unternehmen gewinnen Tempo, wenn sie diese Verschiebung akzeptieren und ihre Organisation darauf ausrichten.

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