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SysML v2 mit Jupyter Notebook ausprobieren (Video)

Es gibt inzwischen mehrere Referenzimplementierungen der SysML v2, unter anderem auch ein Jupyter Notebook, das im Webbrowser läuft. Ich habe mir diese Implementierung angeschaut und ein 2-Minuten-Video erstellt und das Ganze kommentiert.

Was ist ein Jupyter Notebook?

Für diejenigen, die es noch nicht kennen: Ein Jupyter Notebook ist ein interaktives Dokument, das Text und ausführbare Inhalte mischt. Es eignet sich hervorragend zum Experimentieren.

Die Interaktivität entsteht aus einer Laufzeitumgebung, die in einer Sandbox läuft. Anfangs lag der Schwerpunkt auf Datenanalysen mit Python, aber grundsätzlich kann jede beliebige maschinenlesbare Sprache in Jupyter Notebooks eingebettet werden.

Hier ist eine 1-Minuten-Einführung zu Jupyter Notebooks.

SysML v2 Jupyter Notebook installieren

Neben der Eclipse-basierten Referenzimplementierung von SysML v2 stellt das Team hinter SysML v2 auch eine Jupyter Notebook-basierte Implementierung zur Verfügung. Damit haben wir auch eine auf Webtechnologien basierende Implementierung von SysML v2.

Das Jupyter Notebooks kann recht einfach lokal auf dem eigenen Rechner Installiert werden (Installationsanleitung). Dazu müssen lediglich Java und Conda installiert werden. Natürlich ist es auch möglich, es auf einem Server zu installieren und über die Weboberfläche dem Team zur Verfügung zu stellen.

Um das Notebook (lokal) zu benutzen, muss das Notebook gestartet werden. Auf der Konsole bekommt man dann die URL, um mit dem Webbrowser auf das Notebook zuzugreifen.

Demo: SysML v2 Jupyter Notebook

Das folgende 2-Minuten Video zeigt das Starten des Servers und ein kleines Beispiel:

Das hier gezeigte Beispiel ist genauso minimal wie die kürzlich von mir gezeigte Eclipse-basierte Referenzimplementierung. Ich zeige, wie man ein Modell über die Textnotation anlegt und visualisiert. Außerdem Beschreibe ich sehr kurz, wie das Notebook funktioniert.

Umfangreiches Beispiel

Wer mehr Zeit hat, dem empfehle ich, dieses 2-stündige Video von Ed Seidewitz. In den ersten 60 Minuten zeigt er ein umfangreiches Beispiel aus der Fahrzeugtechnik mit Hilfe eines Jupyter Notebooks. Dabei zeigt er die Durchgängigkeit, angefangen mit den Anforderungen, Veröffentlichung mit API und vieles mehr.

Was passiert sonst noch?

Tim Weilkiens hat eine Liste von SysML v2-Werkzeugen ins Leben gerufen. Für Interessierte lohnt es sich, diese Liste zu beobachten.

Die „üblichen Verdächtigen“ sind auch der Liste bereits vertreten (Sparx, Cameo), wie auch eine Anzahl kleinerer Hersteller und Open Source-Projekte.

Ebenfalls auf der Liste steht Siemens, aber nicht IBM, was sich sicherlich bald ändern wird, da Siemens und IBM nun bezüglich Modellierungswerkzeuge zusammenarbeiten. Auf auf der ReConf letzte Woche habe ich erfahren, dass IBM demnächst ein neues Modellierungswerkzeug veröffentlichen wird, welches webbasiert ist und SysML v2 unterstützt. (Um die Nutzern zu verwirren, wird es wohl auch Rhapsody heißen. Als hätten wir nicht von der Verwirrung von DOORS Classic / DOORS Next gelernt. Wir werden sehen…)

Fazit

Auch wenn es weitere offene und/oder kostenlose SysML v2-Werkzeuge gibt, so ist ein Jupyter Notebook doch ein sehr angenehmes Werkzeug zum Experimentieren. Ich kann allen interessierten Lesern empfehlen, es mal zum Spaß zu installieren.

Michael Jastram

Creator and Author of SE-Trends