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Mit KI Änderungsmanagement beschleunigen

Mit KI Änderungsmanagement beschleunigen

Generative KI (GenAI) heißt so, weil sie primär Inhalte generiert. Das ist nützlich, keine Frage. Doch um im Engineering effektiv zu sein, müssen wir die richtige Erwartungshaltung haben. Denn generative KI erzeugt in der Regel keine originellen Inhalte. Wer das missversteht, hat ein Problem.

Gleichzeitig gibt es einen Bereich, wo genau diese Eigenschaft von GenAI ein enormes Potential hat: Und zwar beim Umgang mit Änderungen. Warum das so ist und wie wir KI im Änderungsmanagement nutzen können, darum geht es im Folgenden.

Wo kommen die Inhalte her?

Zumindest bis heute hat KI das Problem der Kreativität nicht geknackt. Wie ich bereits in der Vergangenheit schrieb, verschiebt KI lediglich den Punkt, an dem die Kreativität ansetzt. Ein Teil der Kreativität steckt in dem Prompt, wodurch das Prompt-Engineering zur eigenen Disziplin geworden ist. Die Inhalte der KI stammen aus den Trainingsdaten der KI. Generative KI kann diese Daten neu zusammenstellen, doch das ist kein kreativer Prozess.

Aktivitäten im Systems Engineering

Die Aktivitäten im Systems Engineering sind vielfältig, der Bedarf an Kreativität ist dabei vergleichsweise klein. Vor einer Weile erstellte ich eine Liste von 8 Ideen für den Einsatz von KI für MBSE. Keine einzige dieser Ideen erforderte Kreativität. Stattdessen ging es um Themen wie Transformation (bspw. Text-zu-Modell, Variantenmanagement) und Analyse (bspw. Risiken bündeln, Ontologien pflegen). Ein weiteres Thema war bereits dort das Änderungsmanagement.

Change Management braucht keine Kreativität

Zu den Aktivitäten aus der Liste gehörten auch:

  • Abgleich von neuem Input mit dem Systemmodell
  • Parameter aus Texten extrahieren und mit dem Modell abgleichen
  • Traceability pflegen

Diese Aktivitäten gehören um Änderungsmanagement, also Inhalte basierend auf Änderungswünschen nachziehen. Dies ist nicht nur eine Aktivität, die keine Kreativität erfordert. Sie ist auch deshalb für KI gut geeignet, da in der Regel die Strukturen bereits stehen, bzw. bestehende Inhalte als Beispiel herangezogen werden können.

AI ist die Geheimwaffe für Änderungsmanagement

Timo Elliott

KI arbeitet dem Menschen zu

In einem Blogartikel hat Timo Elliott das gut auf den Punkt gebracht: Es geht immer um de Menschen und KI ermöglicht es das Potential des Menschen besser zu erschließen. Die von ihm aufgeführten Beispiele haben zwar eher wenig mit Change Management zu tun, was aber nichts daran ändert, dass sein Gedankengang valide ist. Seine Vorschläge beziehen sich primär auf die Verbesserung der Kommunikation mit Hilfe von KI.

Wie können wir KI für Änderungsmanagement nutzen?

Leider sind die KI-Werkzeuge, die uns heute zur Verfügung stehen, nur begrenzt geeignet, das Änderungsmanagement zu unterstützen. Ich würde sogar behaupten dass wir das enorme Potential von Nicht-KI-Technologien längst nicht ausgeschöpft haben. Zum Beispiel könnten wir (ohne KI):

  • Über bessere Werkzeugintegration automatisiertes Propagieren von Änderungen sicherstellen
  • Durch Modellierung Redundanzen vermeiden, wodurch Referenzen nicht mehr händisch aktualisiert werden müssen
  • Strukturierte Datenformate Nutzen, die auf den Umgang mit Änderungen ausgelegt sind (ReqIF, OSLC)
  • Vernünftiges formalisiertes Variantenmanagement

Dennoch bewegt sich einiges im Markt. Zum Beispiel entwickelt Raiqon eine Softwareplattform, die mit KI die Effizienz von typischen Aktivitäten im Anforderungsmanagement erhöht, einige davon im Änderungsmanagement. Weitere Unternehmen in diesem Feld sind trace.space, Reuse Company oder Pure Variants (jetzt Teil von PTC).

Fazit

Niemand mag monotone Aufgaben, und Änderungen nachzupflegen gehört mit Sicherheit zu einer dieser Dinge. KI hingegen ist extrem gut für das Änderungsmanagement geeignet. Ich hoffe, dass innovative Unternehmen diesen Markt bald erschließen werden.

Photo by Markus Spiske on Unsplash

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