{"id":8193,"date":"2026-10-22T08:00:00","date_gmt":"2026-10-22T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.se-trends.de\/?p=8193"},"modified":"2026-10-19T11:15:04","modified_gmt":"2026-10-19T09:15:04","slug":"sysml-v2-transforms-modeling-into-engineering-infrastructure","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.se-trends.de\/en\/sysml-v2-wird-modellierung-zur-engineering-infrastruktur\/","title":{"rendered":"SysML v2: Is Modeling Becoming Part of the Engineering Infrastructure?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Boeing hat \u00fcber Jahrzehnte in Model-Based Systems Engineering (MBSE) investiert. SpaceX hat das nie in vergleichbarem Umfang getan und entwickelt trotzdem schneller. Bei Gespr\u00e4chen \u00fcber schnelle Hardwareentwicklung fallen immer wieder dieselben (teilweise ausgelutschten) Begriffe:  Digital Thread, Impact-Analyse, durchg\u00e4ngige Traceability. Eigentlich sollte ein Systemmodell genau dies skalierbar erm\u00f6glichen. Brauchen wir Modellierung also unbedingt, oder ist sie optional?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Widerspruch l\u00f6st sich auf, wenn man nicht fragt, ob modelliert wird, sondern wof\u00fcr. Ein Modell, das nur ein Expertenteam pflegt und liest, steckt in einem Silo und hat geringen nutzen. Ein Modell, auf das andere t\u00e4glich aufbauen, ohne dar\u00fcber nachzudenken, ist Infrastruktur. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">SysML v2 verspricht unter anderem, dies zu vereinfachen. Andererseits haben auch  andere Modellierungssprachen diesen Anspruch. Ob sich mit SysML v2 diesbez\u00fcglich etwas \u00e4ndern wird, ist eine Frage, die ich mit Tim Weilkiens im Webinar am 2. November 2026 untersuchen werde (<a href=\"https:\/\/formalmind.webinargeek.com\/sysml-v2-engineering-infrastruktur\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Anmeldung<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">System Stewardship braucht eine Grundlage<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/productvelocity.org\/de\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/productvelocity.org\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Product Velocity<\/a> beschreibt Produktentwicklung als Velocity Loop aus vier Praktiken. Business definiert Richtung und Priorit\u00e4ten. Engineering entwirft und verifiziert. Delivery baut, betreibt und \u00fcberwacht. In der Mitte steht System Stewardship. Diese Praktik pflegt die Systemarchitektur, \u00fcbersetzt zwischen den drei \u00e4u\u00dferen Praktiken und bewahrt Wissen \u00fcber Iterationen hinweg.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wichtig ist dabei die Abgrenzung. System Stewardship ist eine Entscheidungs- und Strukturfunktion, keine Dokumentations- oder Governance-Funktion. Sie trifft verbindliche Entscheidungen \u00fcber Struktur, Schnittstellen und Trade-offs. Das\u00a0Product-Velocity-Modell\u00a0fasst ihre Aufgaben in drei Aktivit\u00e4ten zusammen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Structure.<\/strong>\u00a0Business-Input wird in strukturierte Information \u00fcbersetzt, mit der Engineering arbeiten kann. Das System wird so zerlegt, dass Subsysteme m\u00f6glichst entkoppelt sind.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Commit.<\/strong>\u00a0Stewardship verantwortet die Zusage auf Systemebene: globale Konfiguration, systemweite Trade-offs, die unterschiedliche \u00c4nderungsdynamik von Hardware und Software.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Evolve.<\/strong>\u00a0Erkenntnisse aus dem Betrieb flie\u00dfen zur\u00fcck in die Architektur und von dort als gesch\u00e4ftsrelevante Einsicht zur\u00fcck zu Business.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Alle drei Aktivit\u00e4ten verlangen eine Repr\u00e4sentation der Architektur, die pr\u00e4zise genug f\u00fcr Analyse ist und lesbar genug f\u00fcr alle Beteiligten. Ein Systemmodell ist der naheliegende Kandidat. Die Frage lautet also: Wie weit kann System Stewardship Modellierung im Allgemeinen und SysML v2 im Speziellen als Grundlage nutzen?<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-product-velocity wp-block-embed-product-velocity\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"2S0Ets51qH\"><a href=\"https:\/\/productvelocity.org\/de\/resources\/the-velocity-loop\/\">Der Velocity-Loop erkl\u00e4rt: Ein Leitfaden f\u00fcr die Produktvelocity<\/a><\/blockquote><iframe data-src=\"https:\/\/productvelocity.org\/de\/resources\/the-velocity-loop\/embed\/#?secret=tRDtJT3g1K#?secret=2S0Ets51qH\" class=\"wp-embedded-content lazyload\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201eDer Velocity-Loop erkl\u00e4rt: Ein Leitfaden zur Produktgeschwindigkeit\u201c \u2013 Produktgeschwindigkeit\"  data-secret=\"2S0Ets51qH\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-systems-engineering-trends wp-block-embed-systems-engineering-trends\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"YkYLdlw1eZ\"><a href=\"https:\/\/www.se-trends.de\/einsatz-von-systemmodellen\/\">18 Dinge, die Du mit Systemmodellen machen kannst<\/a><\/blockquote><iframe data-src=\"https:\/\/www.se-trends.de\/einsatz-von-systemmodellen\/embed\/#?secret=0zKZGjR3Mq#?secret=YkYLdlw1eZ\" class=\"wp-embedded-content lazyload\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201c18 Dinge, die Du mit Systemmodellen machen kannst\u201d \u2014 Systems Engineering Trends\"  data-secret=\"YkYLdlw1eZ\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Silo-Dilemma<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Modellierung hat ein Akzeptanzproblem, und es ist strukturell. Modelle entstehen meist in einem MBSE-Team, das die Sprache beherrscht, das Werkzeug konfiguriert hat und die Konventionen kennt. Ohne proaktiven Ressourceneinsatz liest kaum jemand das Modell.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-theme-palette-7-background-color has-background has-medium-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\" style=\"padding-top:var(--wp--preset--spacing--40);padding-right:var(--wp--preset--spacing--40);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--40);padding-left:var(--wp--preset--spacing--40)\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Werkzeug, das Silos aufbrechen soll, schafft so ein neues Silo.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Blick auf die drei \u00e4u\u00dferen Praktiken zeigt dies:. <strong>Business<\/strong> beschreibt Wert, M\u00e4rkte und Strategie. Ein SysML-Diagramm beantwortet keine dieser Fragen in einer Sprache, die dort gesprochen wird. <strong>Delivery<\/strong> denkt in St\u00fccklisten, Fertigungsschritten und Felddaten. Auch hier hat das Systemmodell selten einen Platz. Das <a href=\"https:\/\/productvelocity.org\/de\/book\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Buch zu Product Velocity<\/a> nennt das <a href=\"https:\/\/productvelocity.org\/de\/anti-pattern-finder\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Anti-Pattern<\/a>\u00a0<em>Linguistic Fragmentation<\/em>: Disziplinen entwickeln inkompatible Vokabulare f\u00fcr dasselbe System, und ohne gemeinsame Repr\u00e4sentation rei\u00dft der Digital Thread.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am ehesten akzeptiert <strong>Engineering<\/strong> das Modell. Aber auch dort endet die Akzeptanz an der Grenze zum Design. Mechanik arbeitet im CAD, Elektronik im ECAD, Software im Code. Diese Designmodelle bleiben eigenst\u00e4ndig, und das ist richtig so. Die Verbindung zum Systemmodell fehlt allerdings oft. In der Praxis liefern SysML-Modelle einen strukturierten Pfad von Requirements zu Use Cases, Aktivit\u00e4ten und Systemelementen. Die Traceability nach oben, zu Stakeholder-Bed\u00fcrfnissen und Business Case, fehlt h\u00e4ufig. Die Traceability nach unten, etwa vom modellierten Port zum mechanischen Befestigungspunkt im CAD, entsteht selten von selbst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Verifikation und Validierung verh\u00e4lt es sich \u00e4hnlich. Testteams arbeiten mit eigenen Werkzeugen, Pr\u00fcfst\u00e4nden und Simulationsumgebungen. Solange das Systemmodell nicht mit diesen Artefakten verbunden ist, bleibt es eine Beschreibung neben der eigentlichen Arbeit. Das erkl\u00e4rt auch, warum MBSE in bestimmten Nischen erfolgreich ist, aber noch kein Mainstream.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was ein Systemmodell f\u00fcr Stewardship leisten kann<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz dieser H\u00fcrden ist das Potenzial gro\u00df. Ein Systemmodell unterscheidet sich von einer Zeichnung dadurch, dass Elemente und Beziehungen explizit und typisiert sind. Wird eine Funktion einer Komponente zugeordnet oder ein Port als Teil eines Subsystems definiert, steckt die Traceability in der Semantik des Modells. Niemand muss den Link von Hand pflegen. Inkonsistenzen fallen auf, \u00e4hnlich wie ein Compiler Fehler im Quellcode findet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr System Stewardship ist das eine n\u00fctzliche Eigenschaft. Impact-Analyse wird zur Abfrage statt zur Recherche. Schnittstellen werden zu expliziten Vertr\u00e4gen. Parameter wie Masse oder Durchfluss k\u00f6nnen durch Anforderungen, Simulation und CAD propagieren und Pr\u00fcfungen automatisch ausl\u00f6sen. Dazu kommt ein Mechanismus aus dem Velocity Loop, der oft \u00fcbersehen wird. Stewardship legt eine Schnittstelle einmal fest, danach arbeiten die schnellen Schleifen direkt dagegen, ohne jedes Mal die Architektur neu zu verhandeln. Ein Modell macht solche Zusagen sichtbar und pr\u00fcfbar, und es zeigt, wann sie nicht mehr gelten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Weg dahin ist allerdings mit bekannten Fehlern gepflastert. Das Buch enth\u00e4lt \u00fcber 100 Anti-Patterns, davon  neun f\u00fcr Systemmodelle. F\u00fcnf davon sind f\u00fcr die Infrastrukturfrage besonders relevant:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Ivory-Tower Modeling.<\/strong>\u00a0Das Modell entsteht isoliert von realen Engineering-Constraints und beeinflusst die Umsetzung nicht. Es ist sauber, vollst\u00e4ndig und folgenlos.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Spaghetti Modeling.<\/strong>\u00a0Das Modell w\u00e4chst ohne architektonische Disziplin. Zirkul\u00e4re Abh\u00e4ngigkeiten und unkontrollierte Querverweise machen aus dem Digital Thread ein Kn\u00e4uel.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Over-Formalization.<\/strong>\u00a0Formalit\u00e4t kommt zu fr\u00fch oder zu breit. Der Aufwand entsteht lange bevor ein Nutzen sichtbar wird, und die Teams erleben Modellierung als B\u00fcrokratie.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Modeling as an End.<\/strong>\u00a0Gemessen wird die Zahl der Elemente oder Diagramme, nicht die Qualit\u00e4t der Entscheidungen. Das Modell wird Selbstzweck.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Single Source of Truth Myth.<\/strong>\u00a0Alles soll in ein Werkzeug. Das scheitert, weil kein Repository spezialisierte Designumgebungen oder Betriebsdaten ersetzen kann.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer diese Muster vermeidet, kommt zu einem einfachen Prinzip. Pr\u00e4zision lohnt sich dort, wo Mehrdeutigkeit sonst Nacharbeit, Koordinationsaufwand oder Zertifizierungsrisiko erzeugt. \u00dcberall sonst reicht eine leichtere Darstellung.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-systems-engineering-trends wp-block-embed-systems-engineering-trends\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"FSn94FTWOH\"><a href=\"https:\/\/www.se-trends.de\/spaghetti-modellierung-mit-mbse\/\">Spaghetti-Modellierung mit MBSE: So bitte nicht!<\/a><\/blockquote><iframe data-src=\"https:\/\/www.se-trends.de\/spaghetti-modellierung-mit-mbse\/embed\/#?secret=zuh6MMPRYM#?secret=FSn94FTWOH\" class=\"wp-embedded-content lazyload\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201cSpaghetti-Modellierung mit MBSE: So bitte nicht!\u201d \u2014 Systems Engineering Trends\"  data-secret=\"FSn94FTWOH\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-product-velocity wp-block-embed-product-velocity\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"PJ6NwxEcVo\"><a href=\"https:\/\/productvelocity.org\/de\/anti-pattern-finder\/\">Finden Sie das Anti-Muster der Produktgeschwindigkeit, das Sie ausbremst<\/a><\/blockquote><iframe data-src=\"https:\/\/productvelocity.org\/de\/anti-pattern-finder\/embed\/#?secret=tn8OrFE39O#?secret=PJ6NwxEcVo\" class=\"wp-embedded-content lazyload\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201eFinden Sie das Anti-Muster bei der Produktgeschwindigkeit, das Sie ausbremst\u201c \u2013 Produktgeschwindigkeit\"  data-secret=\"PJ6NwxEcVo\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wagner und ZF: Es funktioniert bereits<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass Modelle zur Infrastruktur werden k\u00f6nnen, zeigen zwei Beispiele aus der deutschen Industrie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/productvelocity.org\/de\/case-studies\/wagner\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wagner<\/a> entwickelt sicherheitskritische Brandschutzsysteme. Jede System\u00e4nderung erfordert eine Zertifizierung. Wagner hat MBSE nicht mit einem gro\u00dfen Tool-Rollout eingef\u00fchrt. Am Anfang stand eine langfristige Architekturrichtung mit einem klaren Business Case und messbaren KPIs, etwa einer Verk\u00fcrzung der Zertifizierungszeit. Daraus leitete das Unternehmen kleine Initiativen ab, die jeweils innerhalb von Monaten Ergebnisse lieferten. Klarere Schnittstellenspezifikationen reduzierten Integrationsprobleme. Modellbasiertes Testen vereinfachte Regressionstests. Sicherheitskritisches Verhalten wanderte von manueller Programmierung zu zertifizierter Codegenerierung. Einzelne Initiativen brachten 10 bis 30 Prozent Effizienzgewinn. Nach rund sechs Jahren berichtet Wagner, bis zu dreimal effizienter zu arbeiten als vorher. Die Details stehen in der\u00a0<a href=\"https:\/\/productvelocity.org\/de\/case-studies\/wagner\/modeling-strategy\/\">Fallstudie zur Modellierungsstrategie<\/a>\u00a0und im\u00a0<a href=\"https:\/\/www.se-trends.de\/interview-willert-teil-1\/\">Interview mit Andreas Willert<\/a>, der das Projekt begleitet hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/productvelocity.org\/de\/case-studies\/zf\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">ZF Friedrichshafen<\/a> stand vor einem anderen Engpass. Die Validierung von Leistungselektronik unter extremen thermischen Lasten dauerte bis zu zw\u00f6lf Monate. ZF baute eine MBSE-Werkzeugumgebung, die automatisch digitale Zwillinge des thermischen Verhaltens erzeugt. Produktanforderungen sind mit den Anforderungen an die Simulationsmodelle verkn\u00fcpft. Damit l\u00e4sst sich ein Simulationsmodell freigeben, bevor ein physischer Prototyp existiert. KI-Verfahren identifizieren die kritischen Bereiche, damit die Simulation schnell genug bleibt. Die Validierungszeit sank auf zwei Monate. Auch hier steckten mehrere Jahre Arbeit dahinter, mit Zwischenerfolgen auf dem Weg. Die\u00a0<a href=\"https:\/\/productvelocity.org\/de\/case-studies\/zf\/high-power-electronics\/\">ZF-Fallstudie<\/a>\u00a0beschreibt den Ablauf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beide Beispiele haben etwas gemeinsam. Keines begann mit der Wahl einer Modellierungssprache. Beide begannen mit einem konkreten Engpass: Zertifizierung bei Wagner, Validierung bei ZF. Und in beiden F\u00e4llen war das Modell direkt mit Verifikation und Validierung verbunden. Genau diese Verbindung fehlt in vielen MBSE-Initiativen. Bemerkenswert ist auch, was fehlt: Keiner der beiden Erfolge h\u00e4ngt an SysML v2.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-product-velocity wp-block-embed-product-velocity\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"jDFizT8nXr\"><a href=\"https:\/\/productvelocity.org\/de\/case-studies\/zf\/high-power-electronics\/\">Verk\u00fcrzung der Validierungszeit durch virtuelle Verifizierung und Validierung mit Digital Twins<\/a><\/blockquote><iframe data-src=\"https:\/\/productvelocity.org\/de\/case-studies\/zf\/high-power-electronics\/embed\/#?secret=sAyxXiE54A#?secret=jDFizT8nXr\" class=\"wp-embedded-content lazyload\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201cVerk\u00fcrzung der Validierungszeit durch virtuelle Verifizierung und Validierung mit Digitalen Zwillingen\u201d \u2013 Product Velocity\"  data-secret=\"jDFizT8nXr\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-product-velocity wp-block-embed-product-velocity\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"dENxXDf6s2\"><a href=\"https:\/\/productvelocity.org\/case-studies\/wagner\/modeling-strategy\/\">Modeling as a Platform Strategy<\/a><\/blockquote><iframe data-src=\"https:\/\/productvelocity.org\/case-studies\/wagner\/modeling-strategy\/embed\/#?secret=I6tcyfVz6S#?secret=dENxXDf6s2\" class=\"wp-embedded-content lazyload\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201cModeling as a Platform Strategy\u201d \u2014 Product Velocity\"  data-secret=\"dENxXDf6s2\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was SysML v2 \u00e4ndert<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">SysML v1 war ein UML-Profil, mit allen Altlasten, die das mit sich brachte. Die OMG hat SysML v2 im Jahr 2025 final verabschiedet. Die neue Version ist eine Neukonstruktion auf Basis der Kernel Modeling Language (KerML). F\u00fcr die Infrastrukturfrage sind drei Eigenschaften relevant.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Textuelle Notation.<\/strong>\u00a0SysML v2 hat neben der grafischen Darstellung eine standardisierte Textnotation. Sie ist eine vollwertige Repr\u00e4sentation derselben Modellsemantik, keine Exportfunktion. Modelle lassen sich damit lesen, schreiben, vergleichen und reviewen wie Quellcode.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Standardisierte API.<\/strong>\u00a0SysML v2 definiert eine API f\u00fcr den Zugriff auf Modelle, einschlie\u00dflich eines Commit-Konzepts. Uwe Kaufmann bezeichnete im\u00a0<a href=\"https:\/\/www.se-trends.de\/sysml-v2\/\">Interview auf se-trends<\/a>\u00a0den Modellaustausch als eines der gr\u00f6\u00dften Probleme von v1. Die API ist die Antwort darauf.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Formale Grundlage.<\/strong>\u00a0KerML definiert die Semantik pr\u00e4ziser als die UML-Basis von v1. Das macht Modelle maschinenverarbeitbar und automatisches Schlie\u00dfen belastbarer.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Frage nach Infrastruktur ist die API die wichtigste der drei Eigenschaften. Infrastruktur hei\u00dft, dass andere darauf aufbauen. Ein CAD-Werkzeug, eine Testautomatisierung oder ein Dashboard f\u00fcr Business kann \u00fcber eine standardisierte Schnittstelle auf das Modell zugreifen, ohne SysML zu beherrschen. Das adressiert das Silo-Dilemma an der richtigen Stelle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.se-trends.de\/tag\/tim-weilkiens\/\">Tim Weilkiens<\/a> fasst die Sprache in seinem\u00a0<a href=\"https:\/\/leanpub.com\/sysmlv2\">SysML v2 Book<\/a>\u00a0ausf\u00fchrlich zusammen. F\u00fcr die strategische Einordnung ist relevant, dass SysML v2 das Metamodell explizit macht und Mehrdeutigkeit  reduziert. An der Rolle der Modellierung als Mittel und nicht als Zweck \u00e4ndert die neue Version allerdings nichts.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-systems-engineering-trends wp-block-embed-systems-engineering-trends\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"JR3k56Y7N8\"><a href=\"https:\/\/www.se-trends.de\/sysml-v2-faq\/\">SysML v2 FAQ: Antworten von Tim Weilkiens, Stephan Roth &#038; Uwe Kaufmann<\/a><\/blockquote><iframe data-src=\"https:\/\/www.se-trends.de\/sysml-v2-faq\/embed\/#?secret=1L9ABHsvER#?secret=JR3k56Y7N8\" class=\"wp-embedded-content lazyload\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201cSysML v2 FAQ: Antworten von Tim Weilkiens, Stephan Roth &amp; Uwe Kaufmann\u201d \u2014 Systems Engineering Trends\"  data-secret=\"JR3k56Y7N8\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-systems-engineering-trends wp-block-embed-systems-engineering-trends\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"DPZozpljH9\"><a href=\"https:\/\/www.se-trends.de\/sysml-v2-cheat-sheets\/\">Die besten SysML v2 Cheat Sheets!<\/a><\/blockquote><iframe data-src=\"https:\/\/www.se-trends.de\/sysml-v2-cheat-sheets\/embed\/#?secret=2a0RJ8XQSz#?secret=DPZozpljH9\" class=\"wp-embedded-content lazyload\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201cDie besten SysML v2 Cheat Sheets!\u201d \u2014 Systems Engineering Trends\"  data-secret=\"DPZozpljH9\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Model as Code: Verlockung und Vorbehalte<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Textnotation hat eine Bewegung ausgel\u00f6st, die unter Begriffen wie&nbsp;<em>Model as Code<\/em>&nbsp;oder&nbsp;<em>System-as-Code<\/em>&nbsp;l\u00e4uft. Die Idee stammt aus der Softwareentwicklung, wo Infrastructure as Code den Betrieb ver\u00e4ndert hat. Modelle liegen als Textdateien in Git. \u00c4nderungen laufen \u00fcber Branches und Pull Requests. Eine CI-Pipeline pr\u00fcft bei jedem Commit die Konsistenz. F\u00fcr Teams, die ohnehin mit Git arbeiten, ist das attraktiv. Das Modell landet dort, wo der Code liegt, und Systems Engineering bekommt dieselben Werkzeuge wie die Softwareentwicklung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vorbehalte beginnen beim Standard selbst. Ein Team des DLR hat SysML v2 f\u00fcr die Konfiguration sicherheitskritischer Avionik untersucht (<a href=\"https:\/\/elib.dlr.de\/207398\/\">Ahlbrecht et al., DASC 2024<\/a>). Die Autoren halten die Verwaltung der Textnotation in Git f\u00fcr einen interessanten Ansatz, auch mit Blick auf Werkzeugqualifizierung nach DO-330. Sie stellen aber fest, dass die Textnotation nur eine Teilmenge der Serverdaten abbildet:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-theme-palette-7-background-color has-background has-medium-font-size is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\" style=\"padding-top:var(--wp--preset--spacing--40);padding-right:var(--wp--preset--spacing--40);padding-bottom:var(--wp--preset--spacing--40);padding-left:var(--wp--preset--spacing--40)\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eUnfortunately, the current version of the textual notation only incorporates a subset of the server data [\u2026] and misses essential information such as the unique identifiers. Moreover, the standardized exchange is defined over the API and not the textual notation.&#8220;<\/p>\n<cite><a href=\"https:\/\/elib.dlr.de\/207398\/\">Ahlbrecht et al., DASC 2024<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer also konsequent auf Text in Git setzt, arbeitet am standardisierten Austausch vorbei. Dazu kommen praktische Probleme. Ein Systemmodell ist ein Graph mit vielen Querverweisen. Ein zeilenbasierter Merge sieht zwei harmlose \u00c4nderungen, wo semantisch ein Konflikt entsteht. Diagramm-Layouts sind im Text nicht enthalten (allerdings arbeiten inzwischen viele Werkzeuge textuell). Und Code ist f\u00fcr Business und Delivery noch schwerer zug\u00e4nglich als ein Diagramm. Model as Code verschiebt das Silo damit Richtung Softwareentwicklung, statt es aufzul\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Effekt ist zweischneidig. Sprachmodelle k\u00f6nnen Text lesen und schreiben. Eine Textnotation macht SysML-Modelle damit f\u00fcr KI zug\u00e4nglich. Das beschleunigt die Modellerstellung. Es beschleunigt aber auch Spaghetti Modeling, wenn Methode und Konventionen fehlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Erfolg von Infrastructure as Code beruhte auf einem \u00d6kosystem aus Compilern, Tests und Deploy-Pipelines. Erst dieses \u00d6kosystem machte aus Konfigurationsdateien etwas Pr\u00fcfbares. F\u00fcr Systemmodelle existiert dieses \u00d6kosystem erst in Ans\u00e4tzen. Die Textnotation ist eine Voraussetzung f\u00fcr System-as-Code, aber keine hinreichende Bedingung. Dasselbe lie\u00dfe sich auch mit AADL, Event-B oder diszipliniert genutztem YAML erreichen, sofern die Semantik definiert und durchgesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gibt es Fallbeispiele?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die traurige Antwort: kaum \u00f6ffentlich dokumentierte. Wer nach Berichten \u00fcber industrielle SysML-v2-Einf\u00fchrungen mit messbaren Ergebnissen sucht, findet vor allem Pilotprojekte, Leitf\u00e4den und Beispielprojekte, wobei einige durchaus gro\u00df und realit\u00e4tsnah sind, wie das <a href=\"https:\/\/github.com\/airbus\/apollo-11-sysml-v2\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Apollo 11-Modell<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das erw\u00e4hnte DLR-Papier ist ein weiteres konkreteres Beispiel. Die Autoren haben ein Avionik-Konfigurationsmodell \u00fcber die API auf einen Server \u00fcbertragen und daraus per CI\/CD-Pipeline eine ausf\u00fchrbare Konfiguration f\u00fcr einen ARINC-653-Hypervisor erzeugt. Ihr Fazit: SysML v2 zeigt Potenzial, braucht aber dom\u00e4nenspezifische Anpassungen. Werkzeugqualifizierung und verteilte Entwicklung \u00fcber Firmengrenzen bleiben offen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die ESA hat ihre MBSE-Methodik in einem Piloten auf SysML v2 \u00fcbertragen und an einer Beispielmission erprobt (<a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1002\/sys.70046\">Duroy et al., Systems Engineering 2026<\/a>). Das US-Verteidigungsministerium hat im Februar 2026 einen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.cto.mil\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/SysML-Info-Sheet-Feb2026.pdf\">Leitfaden f\u00fcr den \u00dcbergang von v1 zu v2<\/a>&nbsp;ver\u00f6ffentlicht. Er empfiehlt drei Schritte: einen strategischen Plan, Einarbeitung in Textnotation und API, ein Pilotprojekt. Von Rollout ist dort keine Rede.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie weit die Community ist, zeigt auch die S2X, die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.gfse.org\/en\/all-events-en\/219-sysml-v2-extravaganza.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">SysML v2 Extravaganza<\/a>\u00a0der GfSE am 3. November 2026 in Hamburg. Der Call for Presentations suchte ausdr\u00fccklich nach Pilotprojekten, Migrationen und den dabei gel\u00f6sten oder entdeckten Problemen. Die Veranstaltung widmet sich vollst\u00e4ndig dem \u201eWie&#8220;. Das \u201eOb&#8220; gilt als beantwortet, das \u201eWie&#8220; noch nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Werkzeuge, die SysML v2 verstecken<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessant ist eine Gruppe neuerer Werkzeuge, die einen anderen Weg gehen. <a href=\"https:\/\/www.se-trends.de\/dalus-sebastian-voelkl\/\">Dalus<\/a> positioniert sich als KI-gest\u00fctzte Systems-Engineering-Plattform f\u00fcr Hardwareteams. Laut Website basiert\u00a0Dalus\u00a0auf der SysML-v2-Spezifikation. Die Oberfl\u00e4che spricht aber nicht von Part Definitions oder Ports, sondern von Subsystemen, Schnittstellen und Anforderungen. Ein KI-Copilot erzeugt Modellstrukturen aus Anforderungsdokumenten und nat\u00fcrlichsprachlichen Anweisungen. Die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.omg.org\/sysml\/sysmlv2\/sysml-tool\/\">Werkzeugliste der OMG<\/a>\u00a0f\u00fchrt Dalus neben klassischen Modellierungswerkzeugen. <a href=\"https:\/\/www.se-trends.de\/starforge\/\">Planetary Utilities (Starforge)<\/a> ist ein weiteres Beispiel, wobei das Unternehmen mit <a href=\"https:\/\/kotar.app\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kotar<\/a> wieder die Modellierung in SysML v2 aufgreift.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist Infrastruktur im w\u00f6rtlichen Sinn. Niemand, der eine Webseite aufruft, schreibt TCP-Pakete. SysML v2 als unsichtbare Schicht unter dom\u00e4nenspezifischen Oberfl\u00e4chen w\u00fcrde das Akzeptanzproblem umgehen, statt es zu l\u00f6sen. Business sieht Business-Sichten, Engineering sieht Engineering-Sichten, und darunter liegt ein gemeinsames, formales Modell.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Vorbehalt bleibt. Ein verstecktes Modell ist nur dann Infrastruktur, wenn andere Werkzeuge \u00fcber die standardisierte API darauf zugreifen k\u00f6nnen. Andernfalls ist es ein weiteres propriet\u00e4res Werkzeug mit einem Standard als Verkaufsargument. Ob die neuen Plattformen offen genug sind, wird sich erst in der Integration mit CAD, Testumgebungen und ALM zeigen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-8f761849 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-systems-engineering-trends wp-block-embed-systems-engineering-trends\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"zKA7ATvcOn\"><a href=\"https:\/\/www.se-trends.de\/dalus-sebastian-voelkl\/\">Dalus, SysML v2 und echter Nutzen durch MBSE: Interview mit Sebastian V\u00f6lkl<\/a><\/blockquote><iframe data-src=\"https:\/\/www.se-trends.de\/dalus-sebastian-voelkl\/embed\/#?secret=IIHsPceEYK#?secret=zKA7ATvcOn\" class=\"wp-embedded-content lazyload\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201cDalus, SysML v2 und echter Nutzen durch MBSE: Interview mit Sebastian V\u00f6lkl\u201d \u2014 Systems Engineering Trends\"  data-secret=\"zKA7ATvcOn\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-systems-engineering-trends wp-block-embed-systems-engineering-trends\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"AfHllyUItR\"><a href=\"https:\/\/www.se-trends.de\/starforge\/\">Starforge: Wie KI und SysML v2 das Engineering beschleunigen<\/a><\/blockquote><iframe data-src=\"https:\/\/www.se-trends.de\/starforge\/embed\/#?secret=iMqCXL4tLx#?secret=AfHllyUItR\" class=\"wp-embedded-content lazyload\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"\u201cStarforge: Wie KI und SysML v2 das Engineering beschleunigen\u201d \u2014 Systems Engineering Trends\"  data-secret=\"AfHllyUItR\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob Modellierung zur Engineering-Infrastruktur wird, l\u00e4sst sich heute nicht abschlie\u00dfend beantworten. Das Potenzial ist da. Ein Systemmodell kann System Stewardship genau die Pr\u00e4zision geben, die Structure, Commit und Evolve verlangen. Wagner und ZF zeigen, dass das in der Praxis funktioniert, und zwar ohne SysML v2.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">SysML v2 senkt die technischen H\u00fcrden. Die API macht das Modell f\u00fcr andere Werkzeuge zug\u00e4nglich, die Textnotation \u00f6ffnet den Weg zur X-as-Code-Bewegung,  die formale Grundlage macht Analysen belastbarer. Die organisatorischen H\u00fcrden bleiben. Ein Modell, das Business und Delivery nicht nutzen, bleibt ein Silo, egal in welcher Sprache es geschrieben ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Praxis folgt daraus ein n\u00fcchterner Test. Infrastruktur erkennt man daran, dass sie genutzt wird, ohne dass jemand dar\u00fcber spricht. L\u00e4sst sich eine konkrete Impact-Frage in Minuten aus dem Modell beantworten? Greifen Design und V&amp;V auf das Modell zu, oder pflegen sie Kopien? Entsteht das Modell als Nebenprodukt der Arbeit oder als Extraaufgabe neben der eigentlichen Arbeit? Wer diese Fragen ehrlich beantwortet, wei\u00df, wo er steht. Der n\u00e4chste Schritt folgt dem Muster von Wagner und ZF: einen konkreten Engpass w\u00e4hlen, das Modell daran anbinden, den Nutzen messen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tim Weilkiens und ich vertiefen das Thema im Webinar&nbsp;<a href=\"https:\/\/formalmind.webinargeek.com\/sysml-v2-engineering-infrastruktur\">\u201eSysML v2 und Product Velocity: Wird Modellierung zur Engineering-Infrastruktur?&#8220;<\/a>&nbsp;am 4. November 2026 um 10:30 Uhr. Wer eigene Erfahrungen mit SysML v2 in der Praxis hat, positiv oder negativ: Genau diese Berichte fehlen bislang.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>For MBSE to work, it must become part of the infrastructure. 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