{"id":728,"date":"2016-10-27T08:00:58","date_gmt":"2016-10-27T06:00:58","guid":{"rendered":"https:\/\/se-trends.de\/?p=728"},"modified":"2016-10-27T07:42:44","modified_gmt":"2016-10-27T05:42:44","slug":"keynotes-tdse-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.se-trends.de\/en\/keynotes-tdse-2016\/","title":{"rendered":"The #TdSE Keynotes 2016"},"content":{"rendered":"<p>Wenn dieser Artikel ver\u00f6ffentlicht wird, dann ist der zweite Tag des <a href=\"https:\/\/se-trends.de\/tdse-2016-highlights\/\">TdSE<\/a> schon voll im Gange. Der Erste Tag hat bereits viel Spa\u00df gemacht, und im Folgenden gibt es eine Zusammenfassung der zwei TdSE Keynotes von Tag Eins.<\/p>\n<h2>Schaeffler zur Einf\u00fchrung von Systems Engineering<\/h2>\n<p>Der TdSE findet <a href=\"https:\/\/se-trends.de\/tdse-2016-highlights\/\">dieses Jahr in Herzogenaurach<\/a> statt, dem Hauptstandort von Schaeffler, wo diese ein eigenes Konferenzzentrum betreibt und als Gastgeber agiert. Selbstverst\u00e4ndlich ist es da angemessen, dass eine der zwei Keynotes von Schaeffler gestellt wurde. Uwe Wagner ist Senior VP R&amp;D im Automotivebereich.<\/p>\n<p>Der erste Teil umriss die Aktivit\u00e4ten von Schaeffler, die ca. 80% ihres Umsatzes im der Automobilindustrie generieren. Traditionell kommt Schaeffler aus der Mechanik, ist aber auch schon lange in der Mechatronik unterwegs. Die aktuelle Herausforderung ist jedoch der Wandel hin zu Services. In anderen Industrien ist dieser Wandel ja schon deutlich fortgeschritten. Ich muss da an Flugzeugtriebwerke denken, die den Wandel schon zu gro\u00dfen Teilen durchgemacht hat, und nicht mehr Triebwerke verkauft, sondern Flugstunden. Dieser Wandel wird nat\u00fcrlich auch von den Kunden selbst getrieben.<\/p>\n<blockquote><p>Von den Automobilherstellern kommt die Aussage, dass sie nun Mobilit\u00e4ts-Provider sind, und nicht mehr nur Hersteller von Fahrzeugen (Uwe Wagner) [tweetthis]OEMs sind Mobilit\u00e4ts-Provider, nicht mehr nur Hersteller von Fahrzeugen #tdse[\/tweetthis]<\/p><\/blockquote>\n<h3>Wie kommen wir dahin?<\/h3>\n<p>Wirklich spannend war der letzte Teil des Vortrags, der meiner Meinung nach einen wesentlich gr\u00f6\u00dferen Teil des Vortrags h\u00e4tte einnehmen sollen: Wie schafft es ein traditionelles Unternehmen wie Schaeffler, systemisches Denken einzuf\u00fchren? Laut Herrn Wagner ist dieses Umdenken im vollen Gange und wird auch gelebt.<\/p>\n<p>Die Stichworte f\u00fcr den Wandel sind Process, Method, Tool, kurz PMT. Ein ganz wichtiger Aspekt: Der Wandel ist im Management verankert, und zwar im Business und Corporate Bereich.<\/p>\n<blockquote><p>Die Eckpunkte f\u00fcr die Einf\u00fchrung von SE bei Schaeffler sind Prozesse, Methoden und Werkzeuge (PMT) [tweetthis]Die Eckpunkte f\u00fcr die Einf\u00fchrung von SE bei Schaeffler sind Prozesse, Methoden und Werkzeuge #tdse[\/tweetthis]<\/p><\/blockquote>\n<p>Im Corporate-Bereich wird PMT aufgebaut, unterlegt mit dem Schlagwort: &#8222;Built-up PMT&#8220;. Im Business-Bereich wird PMT angewendet, mit dem Schlagwort: &#8222;PMT in Action&#8220;. Jeder der zwei Bereiche wird als Kreislauf visualisiert, wobei sich die Kreise der beiden Bereiche ber\u00fchren und damit eine liegende Acht darstellen.\u00a0 Von diesem Ausgangspunkt an findet eine Verfeinerung statt, die sich dann in vielen Details manifestiert, auf die in der Keynote nat\u00fcrlich nicht eingegangen werden konnte.<\/p>\n<p>Weiterhin wurden f\u00fcnf Kernelemente f\u00fcr eine erfolgreiche Systementwicklung vorgestellt, und zwar:<\/p>\n<ul>\n<li>Projekt Organization<\/li>\n<li>System Architecture and Design<\/li>\n<li>Requirements Managment<\/li>\n<li>System validation<\/li>\n<li>Quality management<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gerade das Thema der Einf\u00fchrung von Systemdenken sehe ich auch bei meinen Kunden als eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen an, und Schaeffler suggeriert hier, dass sie dazu einen erfolgreichen, inkrementellen Ansatz gefunden haben. Es ist wirklich schade, dass dieser Aspekt der Keynote nicht mehr Prominenz bekommen hatte.<\/p>\n<h2>Beyond Systems Engineering: European ETCS Rollout<\/h2>\n<p>Die zweite Keynote wurde von Markus Bolli gehalten. Als Experte f\u00fcr ETCS war ich nat\u00fcrlich sehr auf den Vortrag gespannt, da ich mich ja mehrere Jahre im Rahmen des openETCS-Projekts intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt hatte.<\/p>\n<p>Es ging zwar um Eisenbahnen (ETCS) in diesem Vortrag, doch das war eher das Fallbeispiel, um das eigentliche Thema zu transportieren, n\u00e4mlich Kommunikation. Wie schwierig das ist, demonstrierte er am Beispiel des Wortes &#8222;Prozess&#8220;, welches drastisch unterschiedliche Bedeutungen hat f\u00fcr Chemiker, Ingenieure und Juristen. Unter diesem Gesichtspunkt f\u00fchrte er den Begriff hyper-komplexer Systeme ein: Meine Interpretation dieser Bezeichnung ist das, was im SE oft unter dem Begriff &#8222;Systems of Systems&#8220; l\u00e4uft, und der daraus entstehenden nicht-deterministischen Komplexit\u00e4t. Er sah dies auch bezeichnend f\u00fcr die 4. industrielle Revolution, deren Definition man sich auf der Zunge zergehen lassen muss.<\/p>\n<blockquote><p>Forth Industrial Revolution: &#8222;Based on cypber-physical systems in an integral space-time-environment of hyper-complex cybernetic and autopoetic principles of an empathic society.&#8220; (Markus Bolli) [tweetthis]4. Industrial Revolution: hyper-complex cybernetic and autopoetic principles #tdse[\/tweetthis]<\/p><\/blockquote>\n<p>Aber wichtig ist es, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Und das Ziel ist es, effektiv zum Ergebnis zu kommen. Am Beispiel von ETCS zeigte Herr Boll, das hier ein Paradigmenwechsel stattgefunden hat, der unbedingt ber\u00fccksichtigt werden muss.<\/p>\n<blockquote><p>Im 20. Jahrhundert werden Zugsignale vom Menschen verarbeitet, also Safety Integrity Level 0 (SIL 0). Im 21. Jahrhundert werden Signale in einem geschlossenen System verarbeitet, also SIL 4. (Markus Bolli) [tweetthis]20. Jahrhundert ist SIL 0, 21. Jahrhundert SIL 4 #tdse[\/tweetthis]<\/p><\/blockquote>\n<p>\u00dcber eine lineare Weiterentwicklung der bisherigen Ans\u00e4tze kommen wir wohl nicht zum Ziel, ein Umdenken ist erforderlich. Hier zitierte er eine Variante des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ashbysches_Gesetz\" target=\"_blank\">Ashbyshen Gesetzes<\/a>, n\u00e4mlich:<\/p>\n<blockquote><p>Die Komplexit\u00e4t eines Problems bestimmt die notwendige Komplexit\u00e4t der daf\u00fcr geeigneten L\u00f6sung (Markus Bolli) [tweetthis]Die Komplexit\u00e4t eines Problems bestimmt die notwendige Komplexit\u00e4t der daf\u00fcr geeigneten L\u00f6sung #tdse[\/tweetthis]<\/p><\/blockquote>\n<h3>Die Rolle des Dirigenten<\/h3>\n<p>Abgeschlossen wurde der Vortrag mit einer sch\u00f6nen Analogie aus der Musik: Ein St\u00fcck kann noch so perfekt sein, wie Mozarts Zauberfl\u00f6te. Das Orchester kann noch so talentiert sein, wie die Wiener Philharmoniker. Aber wenn es keinen Dirigenten gibt, wird nichts aus der Musik.<\/p>\n<p>Und so verh\u00e4lt es sich auch mit der Systementwicklung. Die Herausforderungen von hyper-komplexen Systemen erfordern einen Paradigmenwechsel und talentierte Dirigenten, die f\u00fcr eine erfolgreiche Umsetzung sorgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #808080;\"><em>Bildquelle:<span style=\"color: #999999;\"> <a style=\"color: #999999;\" href=\"https:\/\/twitter.com\/schaefflergroup\/status\/791297587148124160\" target=\"_blank\">Schaeffler via Twitter<\/a><\/span><\/em><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>By the time this article is published, the second day of TdSE will be in full swing. The first day has already been a lot of fun, and below is a summary of the two TdSE keynotes from day one. Schaeffler on the introduction of Systems Engineering This year's TdSE is taking place in Herzogenaurach, the main location of Schaeffler's...<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":731,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_kad_post_transparent":"","_kad_post_title":"","_kad_post_layout":"","_kad_post_sidebar_id":"","_kad_post_content_style":"","_kad_post_vertical_padding":"","_kad_post_feature":"","_kad_post_feature_position":"","_kad_post_header":false,"_kad_post_footer":false,"_kad_post_classname":"","footnotes":""},"categories":[76,3],"tags":[164,114,165,163,161,149,162],"class_list":["post-728","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-incose","category-events","tag-etcs","tag-gfse","tag-keynote","tag-markus-brolli","tag-schaeffler","tag-tdse","tag-uwe-wagner"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.se-trends.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/728","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.se-trends.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.se-trends.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.se-trends.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.se-trends.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=728"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.se-trends.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/728\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.se-trends.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/731"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.se-trends.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=728"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.se-trends.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=728"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.se-trends.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=728"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}